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Gott segne alle Seine Ihm treu ergebenen Diener! Jeden Tag ist Aschura und jeder Ort ist Karbala! Sallam allaikum!
Oh! Durst! Aus dem englischen sinngemäß übersetzt von Zahra Umm Hussain
Ich bin Sakina.Heute ist Aschura und hier ist Karbala! Vielleicht ist Mittag schon eine Stunde vorüber.Ich weiß es nicht. Die Zeit von Morgens bis jetzt erscheint uns wie ein ganzes Leben, sooo lang. Gerade in diesen Momenten ist mein Vater auf dem Schlachtfeld. Es ist schwer den Blick auf das Schlachtfeld zu richten,denn eine große Staubwolke hängt über allen. Es ist schwer die Schreie der Gegener anzuhören, während unser Vater unter ihnen kämpft. Es ist soooo schwer!
Der Klang der Trommeln und die schrillen Schreie der Feinde versenken sich in unseren Herzen. Wir sind umgeben von Staub und Blut. Die Sonne scheint heiß über uns und die Erde unter uns ist noch heißer. Durst,Durst! Unsere Münder sind verbrannt vor Durst. Unsere Lippen sind genauso ausgetrocknet wie ausgetrockneter Lehm. Unsere Zungen sind hart und trocken in unseren Mündern, und unsere Gesichter sind blass geworden wegen der extremen Hitze.
Mein Vater hat nur 72 Soldaten,währenddessen Yazid eine Armee von Zehntausenden hat. Seit dem Morgen gehen die Anhänger meines Vaters einer,nach dem anderen aufs Schlachtfeld um zu kämpfen. Sie standen alle tapfer gegen die Armee des Gegeners, kämpften mit sehr viel Mut und töteten Dutzende von feindlichen Soldaten, bis sie den Märtyrertod erlitten. Nun ist mein Vater ganz alleine von den Feinden umzingelt.
Oh, ich wünschte mir,das der Abstand zwischen unseren Zelten und dem Schlachtfeld nicht zu groß währe. Könnte ich doch nur Vater kämpfen sehen.! Wie sehr wünschte ich mir,das Vater mich mitgenommen hätte dorthin! Warum hatte er mich nicht mit ihm gehen lassen?
Ein Vater kämpft alleine gegen eine rießige Armee und seine rastlose Tochter hat keine Nachricht über ihn?
Das einzige was man von hier sehen kann,ist ein Dunst von Staub und Schmutz. Und das einzige was zu hören ist,das ist der Lärm des Feindes.
Gestern konnte man deutlich viele Falten von Müdigkeit und Erschöpfung im Ausdruck meines Vaters erkennen. Tausende von Menschen aus Kufa und vielen anderen Städten hatten ihm Briefe geschrieben in denen sie ihm ihre Unterstützung gegen Yazid zu sagten,wenn er sie von ihm befreien würde...,aber nur 72 Menschen kamen um ihm zu helfen.Davon viele aus seiner eigenen Familie. Diese 72 Menschen liebten meinen Vater so sehr. Mein Vater sagte zu ihnen : " Ihr seid die besten Menschen für mich. Ich kenne keine Anhänger mit mehr Loyalität und mehr Treue als euch! Niemand hatte jemals Anhänger und Gefährten,die besser sind als meine!"
Wir alle weinten,als sie den Märtyrertod erlitten, aber Vater zeigte seine Trauer nicht. Als mein älterer Bruder Ali- Akbar getroffen von seinem Pferd fiel, verloren wir alle unsere Herzen. Aber Vater nicht. Als ein feindlicher Pfeil meinen kleinen Bruder Ali-Asghar die Kehle durchbohrte,in den Armen unseres Vaters , begannen wir zu klagen und zu weinen. Aber Vater stand immer noch fest. Doch als mein so heißgeliebter Onkel Abbas, er war Vaters Fahnenträger,der Wächter unserer Zelte und der Anbieter von Wasser, vom Pferd stürzte und die Feinde seinen Leib in Stücke schnitten.... behielt mein Vater zwar seine Geduld,aber seine Statur war verkrümmt und er legte seine Hände auf die Hüften und rief: "Du gehst und mein Rücken bricht!"
Als die Anhänger meines Vaters den Märtyrertod starben, machte sich mein Vater bereit um alleine wieder auf das Schlachtfeld zu gehen. Zuvor aber versammelte er alle Frauen und Kinder und sagte in Ruhe zu ihnen allen:"Stellt euch alle auf Not und Entbehrungen ein. Seid aber sicher,Gott ist euer Beschützer! Er wird euch alle vor den Feind bewahren,ihr werdet ein gutes Schicksal haben. Und eure Feinde werden alle Arten von Folter und Leiden erleben. Anstelle dieser Leiden wird Gott euch viel Segen geben und euch verwöhnen mit Seiner Großzügikeit! So beklagt euch nicht über alles und sagt nichts,was eure Würde verringern täte.!"
Fi Amanillah Umm Hussain
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Sallam allaikum!
Es geht weiter:
Danach waren wir uns alle sicher,das Vater den Märtyrertod sterben würde. Ich sagte zu ihm: " Vater, mußt Du jetzt sterben?" Dann brach ich in Tränen aus und weinte und weinte. Ich wollte nicht beunruhigt und verzweifelt wirken, aber ich hatte keine Macht mehr über meine Gefühle und keine Kraft mehr. Ich war nicht die einzige,die verzweifelt war. Auch meine Tante Zainab, die uns zu trösten versuchte, wischte sich ihre Tränen ab. Vater umarmte mich und sagte:
"Mein Liebling, wie kann jemand ohne Verbündete dem Tode entgehen?"
Ich begann zu schluchzen und sagte: " In wessen Obhut giebst Du uns ,wenn du jetzt gehst?"
Vater wusch mit seinen Händen die Tränen von meinen nassen Wimpern und gab mir einen Kuß auf die Lippen,dann antwortete er:
"Ich gebe Dich und alle anderen in die Obhut Gottes und unter seinem Segen! Er wird euch helfen im Diesseits und im Jenseits! Hab Geduld meine Tochter und beschwere Dich nicht über Dinge die Gott will, weil diese Welt wird vergehen und die jenseitige Welt wird kommen." Ich habe mich nicht beklagt und ich war auch nicht undankbar,aber trotzdem weinte ich schrecklich. Wie sollte ich nicht weinen, während mein so geliebter Vater, der beste Vater der Welt, auf das Schlachtfeld ging um gegen tausende von Männern alleine zu kämpfen? Vater nahm Abschied von uns allen und streichelte zärtlich über die Haare jedes einzelnen Kindes. Er flüsterte Tante Zainab etwas leise zu, was wir nicht verstehen konnten. Daraufhin brachte sie ihm ein altes Gewand. Überrascht fragten wir ihn:
"Wiso brauchst Du ein altes Gewand?"
Vater antwortete:" Der Feind ist feige und gierig.Nachdem sie mich getötet haben, werden sie sicherlich meine Kleider als Beute nehmen. Damit ich aber nicht nackt bin,nachdem ich zum Märtyrer wurde, will ich diese alten Sachen unter meiner anderen Kleidung anziehen.
Es war als ob Vater zu einem Feste ging.So zog er seine Kleidung an, befestigte sein Schwert und seine Rüstung.Wischte sich mit dem Turban,seinen Schweiß von der Stirn und zupfte sich den grauen Bart ordentlich. Jetzt war er bereit zu gehen...zu gehen zu den schonungslosen Feinden,die ihn schon barbarisch schreiend erwarteten.
Niemand konnte ihn vom gehen abhalten,wenn er nicht ging,dann würden die Feinde bis zu den Zelten kommen. Niemand konnte ihn am weggehen hindern, weil man seinen Tod schon vorher prophezeit hatte und er es wußte. Deshalb sagte er: " Der Islam wird nur überleben, wenn ich zum Märtyrer werde,so wie es vorhergesagt wurde."
Also niemand konnte ihm sagen:
"Vater ,bitte gehe nicht! "oder "Bitte, Onkel bleibe hier!" oder " Bitte ,mein Bruder gehe nicht !"
Warum?
Weil er der Imam von allen war.Und wir alle wußten, das ein Imam nur das tut,was Gott auch möchte! Wie immer wollten wir nur ihn,wir wollten ,das er bei uns bleibt, nur für einen Augenblick noch,so das wir ihn sehen können und das wir seine Stimme noch ein wenig länger hören können. Der Vater stand ein letztes mal hier und schaute auf die trauernden Frauen und Kinder die wegen ihm weinten. Wenn jemand anderes als er,diese Szene gesehen hätte, der würde sicher sein Tempo verlangsamt haben; Aber meinen Vater seine Entscheidung stand fest und die veränderte er nicht, ebenso, wie er nie seinen Glauben ändern würde. Sein Tempo wurde nicht langsamer. Ich konnte es nicht so einfach zu lassen.Es war zu wenig für mich;Ich würde in nur wenigen Augenblicken meinen guten Vater verlieren und viel,viel leiden. Nein, ich stand unwillkürlich auf und ohne das Vater mich sah, rannte ich auf sein Pferd zu. Vater saß fest auf seinem Pferd und war gerade dabei aufzubrechen. Aber das Pferd konnte sich nicht bewegen, weil ich seine Beine fest umschlungen hielt. Das Pferd schaute mir in die Augen und weinte zusammen mit mir. Vater stieg vom Pferd und drückte mich fest an seine Brust. Er wischte mir die Tränen ab und sagte:
" Oh, meine Tochter, meine liebe Tochter!"
Ich sagte: " Oh, Vater. Wenn Muslime zu Märtyrer werden,dann umarmen sie ihre Waise und streicheln ihr den Kopf. Wenn Du gehst, werde ich dann eine Waise,und Du streichelst meinen Kopf?" Vaters Augen füllten sich mit Tränen.
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Ich spürte wie sein Herz brach. Während er mit den Tränen kämpfte, flüsterte er mir leise zu: Sakinah, meine Tochter,bitte weine nicht..,weil wenn ich tod bin ,wirst du viele Tränen vergießen,aber solange ich noch lebe,setze mein Herz bitte nicht in Brand mit deinen Tränen. Oh, beste Tochter der Welt,nachdem ich gegangen bin,hast du das größte Recht zu weinen."
Ich wusste, dass es unmöglich war, aber ich weiß nicht, warum ich es gesagt hatte:
"Vater,bitte führe uns zurück nach Medina zur Grabstätte deines Großvaters, des Propheten(s.)." Vater richtete seinen unschuldigen Blick zu den Feinden und sagte:
" Du weißt ,das es nicht möglich ist,meine Tochter!" Die Schreie der Feinde wurden immer lauter und lauter. Der Vater muß gehen.Er macht sich auf den Weg. Ich spürte noch die Wärme seiner ausgetrockneten Lippen auf meinen Wangen. Jetzt kann ich das Klirren der Schwerter hören und das Wiehern der Pferde und die wilden Schreie des Feindes. Wir stehen neben den Zelten; halten den Atem alle an und zittern vor Angst.
.. ..Oh, ich denke, das ist meines Vaters Pferd das auf uns zukommt, ohne einen Reiter. Sein Kopf und seine Mähne ist mit Blut bedeckt. Ist dies mein weinen oder ist es das weinen von Fatima oder Rukaias ...?
Möge Allah allen das Paradies schenken!
Jeden Tag ist Aschura und jeder Ort ist Karbala! Kullu arthen Karbala wa kulla jauwmen Aschura! [/color] Meine Worte: Während des schreibens höre ich die Schreie der Frauen und der Kinder! Ich weine mit ihnen ,ich leide mit allen! Ich danke Gott,den Allmächtigen,das Er mich zu Ihnen geführt hatte! Ich fühle mich so ohnmächtig und hilflos, weil ich nicht an ihrer Seite stand und ihnen helfen konnte. Aber ich werde immer wieder ihre Geschichte schreiben und jeden von ihnen erzählen. Niemand wird sie vergessen!Niemals werden sie alle vergessen werden! Wir müssen aber alle endlich von ihnen lernen! Es reicht nicht nur,das wir weinen![/color]
Fi Amanillah Umm Hussain
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